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Ispringer Naturdenkmal „Russeneiche“ kommt wieder voll zur Geltung

Im Schatten des Ispringer Naturdenkmals „Russeneiche“ kann man künftig wieder „verschnaufen“. An der Gestaltung des Rastplatze haben mitgewirkt (von links) Bauhofleiter Michael Habmann, Bernhard Fehrentz, Frank Weber, Horst Beck, Roswita Weber, Elfriede R

Im Schatten des Ispringer Naturdenkmals „Russeneiche“ kann man künftig wieder „verschnaufen“. An der Gestaltung des Rastplatze haben mitgewirkt (von links) Bauhofleiter Michael Habmann, Bernhard Fehrentz, Frank Weber, Horst Beck, Roswita Weber, Elfriede R

Die bekannte Ispringer Eiche, die sogenannte „Russeneiche“, bekommt wieder ihre uralte Funktion zurück: In ihrem Schatten kann wieder gerastet und ausgeruht werden. Das „Eichle“, wie es in der Ispringer Umgangssprache heißt, hatte wegen seiner Lage auf der fast höchsten Stelle am „Ochsenweg“, seiner breit ausladenden Krone und der dortigen Wegeverzweigung für Mensch und Vieh immer eine Bedeutung.

 

Der frei stehende Baum war Landmarke und vor allem eine kurze Rastmöglichkeit auf dem Weg zur Feldarbeit nach dem steilen Aufstieg aus der Tallage, um etwas „verschnaufen“ zu können. Dann ging’s nämlich ebenso steil wieder runter zum „Drei Kreuz“ und von da an nochmals einen guten Kilometer bergan zu den Gewannen „Im Großen See“ oder „Heumatten“ an den Gemarkungsgrenzen zu Eisingen und Göbrichen.

 

Ein Ruheplatz war das „Eichle“ in früherer Zeit auch für die durchziehende Soldateska. Alten Erzählungen nach, so schreibt Oberlehrer Friedrich Schaaf in seinem in den 1950er Jahren erschienen Buch „Ispringen gestern“, sollen unter der Eiche gefangene Russen ihr Lager aufgeschlagen haben. Sie waren nach dem Brand von Moskau und der Schlacht an der Beresina im Gefolge von Napoleons Rückzug etwa um 1813 auf dem Weg nach Frankreich. So entstand der Mythos von der „Russeneiche“, dessen Wahrheitsgehalt durch keinerlei Aufzeichnungen geprüft werden kann, schreibt Schaaf.

 

Unter der Eiche hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Wegrand-Hecke ausgebreitet. Die Spaziergänger konnten quasi nur noch an dem Naturdenkmal vorbeigehen. Ihre Größe und ihr beeindruckendes Astwerk konnten wegen des hohen Unterwuchses kaum mehr wahrgenommen werden. „Das haben ehrenamtlich tätige Mitbürger in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Bauhof gründlich geändert“, betonte Bauamtsleiter Joachim Vogt bei der kleinen Einweihungsfeier.

 

Mitveranlasst und mitgestaltet hat diese Freistellung der Eiche die Projektgruppe „Alle für Ispringen, Ispringen für alle“ mit Roswita Weber, Elfriede Reuck, Horst Beck und Frank Weber. Die Projektgruppe hat die „Russeneiche“ in ihren Rundweg um Ispringen mit aufgenommen und entsprechende Hinweistafeln im Ort und an der Kreisstraße nach Göbrichen aufgestellt. Um die Sicherheit unter der geschätzt etwa 450 Jahre alten Stieleiche zu gewährleisten, entfernte Baumpfleger Timo Dennig zunächst die dürren Äste. Revierförster Martin Schickle hat den „Brustumfang“ in 1,20 Metern Höhe überm Boden mit stattlichen 4,80 Metern gemessen.

 

Der Gemeindebauhof unter der Leitung von Michael Habmann nahm die Hecken zurück, machte das Gelände begehbar und füllte den Untergrund mit Rindenmulch auf. Die rustikale Sitzbank aus Eichenholz stammt aus der Werkstatt des Bauhofes, der im Laufe des Jahres noch eine weitere aufstellen wird. Bernhard Fehrentz fertigte in Eigenbau eine Hinweistafel, ebenfalls aus Eichenholz, deren Inschrift das Naturdenkmal „Russeneiche“ kurz beschreibt. Für Bürgermeister Thomas Zeilmeier ist der neue Ruheplatz „ein gelungenes Gemeinschaftswerk“. Er dankte allen Beteiligten für ihren kooperativen Einsatz für die Bürger und für die Gemeinde.  

 

Text und Foto: Schott

 

Nachricht vom: 05.04.2018